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Friedrich der Große

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Der Ort

Schloss Königs Wusterhausen

Schloss Königswusterhausen entwickelte sich im Generationskonflikt zum Kristallisationspunkt. Friedrich Wilhelm hatte die Herrschaft 1698 von seinem Vater geschenkt bekommen und hier mit jenen Neuerungen in der Amtsverwaltung, Domänenbewirtschaftung oder im Militärwesen experimentiert, die er dann als preußischer Regent so wirkungsstark umsetzen konnte. Die schlichten, fast repräsentationsfreien Räume, die nahegelegene Kirche und die zur Jagd ideale Umgebung legen noch heute ein nahezu unverfälschtes Zeugnis der vom König favorisierten Lebens­welt ab, in die er sich Jahr für Jahr von Ende August bis Anfang November mit Familie und kleinem Gefolge zurückzog.

Memoiren Wilhelmine-SBB

Diese Aufenthalte waren Königin Sophie Dorothea, Prinzessin Wilhelmine und Kronprinz Friedrich verhasst: gerade der ländlich-schlichte Gegenentwurf zur ansonsten im Reich üblichen barock-ver­schwenderischen Hofhaltung französischer Prägung ließ wenig Raum für die Interessen der Geschwister, zumal sie sich dem strengen Regiment des Vaters hier schlechter entziehen konnten.

In ihren 1741/46 aus persönlicher Perspektive verfassten „Mémoires“ beschreibt Wilhelmine den Kummer der Königskinder, wenngleich diesem „Roman tragique“ ange­sichts mangelnder Glaubwürdigkeit der Autorin nicht der Rang einer authentischen Quelle zugespro­chen werden darf. Ein literarisches Schlaglicht auf die Entfremdung zwischen dem Vater auf der einen, der Mutter und den Kindern auf der anderen Seite wirft der Text trotzdem.

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