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Friedrich der Große

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Friedrich als Musiker

Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788). Pastell von Johann Heinrich Lips, um 1780. SBB PK, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv, Mus. P Bach, C. P. E. I, 1
Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788). Pastell von Johann Heinrich Lips, um 1780. SBB PK, Musikabteilung mit Mendelssohn-Archiv, Mus. P Bach, C. P. E. I, 1

Sanssouci, das Musikzimmer des Königs im Schein vieler Kerzen, eine elegante Hofgesellschaft als Publikum für "das Flötenkonzert Friedrichs des Großen" – wer denkt beim Thema "Friedrich und die Musik" nicht zuerst an das berühmte Gemälde von Adolf von Menzel? Mit seinem Gemälde hat Menzel das Friedrich-Bild als ein den Künsten zugeneigter Herrscher bis heute geprägt. Dabei ist ein Flöte spielender König in der Ikonographie gekrönter Häupter ganz außergewöhnlich. Friedrichs musikalische Begabung aber und sein Können als Komponist waren so bedeutend, dass er eben nicht nur als Kriegsherr, sondern auch als Musiker in Erinnerung blieb.

Bereits in seiner Rheinsberger Zeit von 1736 bis 1740 versammelte Friedrich ausgezeichnete Musiker an seinen Hof wie F. Benda, J. J. Quantz und C. P. E. Bach. Gleich nach der Thronbesteigung begann der König damit, ein Gebäude für seine Hofoper errichten zu lassen (heute: Staatsoper Unter den Linden), die 1742 eröffnet wurde. Dieses Opernhaus wurde frei stehend ohne architektonischen Zusammenhang zum Schloss errichtet, ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Hoftheatern der Zeit.

Friedrich II.: Sonate für Flöte und Generalbass B-Dur, Spitta Nr. 112. Partitur. SBB PK, N.Mus.ms. 305
Friedrich II.: Sonate für Flöte und Generalbass B-Dur, Spitta Nr. 112. Partitur. SBB PK, N.Mus.ms. 305

Damit ermöglichte Friedrich der Berliner Bevölkerung zu Zugang zu Aufführungen, nicht nur der Hofgesellschaft. Vor allem Opern von J. A. Hasse und C. H. Graun wurden in Berlin aufgeführt, die Kosten trug der König. Nach dem Ende des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) wurde der Opernbetrieb nicht mehr in derselben Intensität fortgeführt wie zuvor. Friedrich wandte sich nun verstärkt seinen Privatkonzerten zu, in denen er selbst die Flöte spielte und dies nach zeitgenössischen Aussagen sehr gut. Gerade während eines solchen Konzerts im Jahr 1747 in Potsdam wurde Friedrich die Ankunft des damals 62jährigen Johann Sebastian Bach aus Leipzig gemeldet. Der Besuch des Thomaskantors hatte dann die Entstehung des Musikalischen Opfers (BWV 1079) zur Folge, eine Sammlung kontrapunktischer Werke, die Bach auf eigene Kosten drucken ließ und dem König widmete.

Von Friedrich haben sich mehr als 150 eigene Werke erhalten, allerdings sind nur zwei auch von seiner Hand selbst geschrieben. Die meisten Kompositionen, zwei Sinfonien, 121 Flötensonaten, Bearbeitungen von Opernarien, sind als Abschriften überliefert und lassen Friedrichs Neigung zum italienischen Musikstil erkennen. Es bleibt bis heute erstaunlich, welche Höhe an musikalischer Bildung und welch intensive Beschäftigung mit der Musik sich Friedrich der Große als Monarch zu seiner Zeit leistete.

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