Seitenübersicht | Fotogalerie

Friedrich der Große

logo_spk
Friedrich der Große > Friedrich am Schreibtisch > Die Privatpresse des Königs
 

Die Privatpresse des Königs

In nur 24 Exemplaren gedruckter erster Band der Oeuvres Friedrichs mit dem 1749 von ihm als Karnevalsscherz verfassten burlesken Heldenepos Le Palladion, das wegen seiner allzu scharfen Satire gegen Zeitgenossen und christliche Religion unbedingt geheim b
In nur 24 Exemplaren gedruckter erster Band der Oeuvres Friedrichs mit dem 1749 von ihm als Karnevalsscherz verfassten burlesken Heldenepos Le Palladion. SBB PK, Abteilung Historische Drucke, Libri impr. rari qu. 151

Innerhalb eines Jahrzehnts (1749/50 bis 1759/60) ließ Friedrich in seiner Privatpresse im Schloss zu Berlin sechs Ausgaben eigener Werke in jeweils nur wenigen Exemplaren drucken. Der dafür erdachte Druckvermerk Au donjon du château avec privilège d’Apollon kennzeichnet nur die ersten Drucke dieser Presse, 1751 wurde er verkürzt auf Au donjon du château, ab 1752 erschienen die Drucke ohne Impressum.

Bis 1752 entstanden so einzigartige Erzeugnisse der Buchkunst des 18. Jarhunderts, die ganz nach dem Stilempfinden des „Philosophen von Sanssouci“ gestaltet seinen poetischen und literarisch-historiographischen Werken einen passenden Rahmen verleihen. 

Titelblatt des dritten Bandes der Oeuvres mit dem von Friedrich für seine Privatpresse fingierten Impressum: Statt einer echten Ortsangabe heißt es Im Turm des Schlosses und in Abwandlung der gängigen Angabe zur Druckerlaubnis Avec privilège du roi sollen
Titelblatt des dritten Bandes der Oeuvres mit dem von Friedrich für seine Privatpresse fingierten Impressum: Statt einer echten Ortsangabe heißt es Im Turm des Schlosses. SBB PK, Abteilung Historische Drucke, Libri impr. rari qu.

Seit 1753 wandelten sich die Drucke hin zu zweckmäßig ausgestatteten Lehrbüchern für das preußische Militär.
Mit der Einrichtung und dem Betrieb der Druckerei betraute Friedrich den 1751 zum zweiten Hofbuchdrucker ernannten Christian Friedrich Henning. Die in den Ausgaben bis 1752 zahlreichen und aufwändigen Illustrationen lieferte der Kupferstecher Georg Friedrich Schmidt, die Einbände oder Broschuren fertigte der Buchbinder Krafft. Die Aufsicht über die Drucklegung übertrug der König anfangs seinem Vorleser und Sekretär Claude Etienne Darget, später fiel diese Aufgabe eher Vertrauten aus dem militärischen Bereich wie dem preußischen Offizier Johann Friedrich von Balbi zu.

„Berliner Einbände“ aus den Bibliotheken Friedrichs des Großen: „B“ (in Schräglage): Das Schloss Berlin; „P“: Das Stadtschloss Potsdam; „V“:Schloss Sanssouci als das Schloss auf dem Weinberg = Vigne; „S“: Das Neue Palais von Sanssouci. SBB PK, Abteilung H
„Berliner Einbände“ aus den Bibliotheken Friedrichs des Großen. SBB PK, Abteilung Historische Drucke, Ebd 140-40B, -7B, -20/8B, -34B

Friedrich nahm intensiven Einfluss auf die gesamte Gestaltung seiner Drucke bis hin zur Auswahl des Papiers. Friedrich lieferte zum Teil eigenhändige Vorlagen für den Drucker und den Illustrator. Der Korrekturprozess durch den König war intensiv, auch Voltaire wurden nach seinem Eintreffen in Potsdam einige der Drucke zur Korrektur vorgelegt. Druckfehler und sonstige Inkorrektheiten empörten den König mehrfach derart, dass eine bereits gedruckte Auflage vernichtet und eine korrigierte Version gedruckt oder sogar das gesamte Werk neu gesetzt werden musste.

mehr...