Seitenübersicht | Fotogalerie

Friedrich der Große

logo_spk
Friedrich der Große > Friedrich am Schreibtisch > Die Hunde des Königs
 

Die Hunde des Königs

Friedrich II. mit seinen Windspielen, 1822. Bronzestatuette / Gießerei Hermann Noack nach Johann Gottfried Schadow, 1906. SMB, Alte Nationalgalerie, Inv.-Nr. B I 237
Friedrich II. mit seinen Windspielen, 1822. Bronzestatuette / Gießerei Hermann Noack nach Johann Gottfried Schadow, 1906. SMB, Alte Nationalgalerie, Inv.-Nr. B I 237

An allen europäischen Höfen des 18. Jahrhunderts wurden Hunde gehalten, doch gingen die Vorliebe Friedrichs II. für Windspiele und seine enge Beziehung, die ihn mit den Vierbeinern verband, weit über das Übliche hinaus. Dies äußert sich allein in der Tatsache, dass er die Hunde in unmittelbarer Nähe zu seiner eigenen, bereits zu Lebzeiten bestimmten Grabstätte neben Schloss Sanssouci beisetzen ließ. Friedrichs Windhunde waren vermutlich englischer Abstammung und der heutigen Rasse der Whippets ähnlich. Diese, ursprünglich zur Kleintierjagd gezüchtet, zeichnet sich durch einen grazilen, zu hoher Laufgeschwindigkeit befähigenden Körperbau sowie einen besonders sensiblen Charakter aus. Dem die Jagd ablehnenden König dienten sie als geselliger Umgang und treue Begleiter.

„Friedrich II. mit seinem Lieblingshunde Biche“. Kupferstich von Heinrich Anton Dähling nach Anton Wachsmann, 1800. SBB PK, Einbl. 1745, 004 kl
„Friedrich II. mit seinem Lieblingshunde Biche“. Kupferstich von Heinrich Anton Dähling nach Anton Wachsmann, 1800. SBB PK, Einbl. 1745, 004 kl

Seine erste, ihm von seinem Vertrauten Graf Rothenburg geschenkte Hündin namens „Biche“ (frz. „Hirschkuh“) ist im Konzertzimmer von Sanssouci dargestellt. Als sie 1752 verstarb, gestand der König seiner Schwester Wilhelmine: „Ich war beschämt, dass der Tod eines Hundes mir so nahe geht […]“. Fortan umgaben ihn meist mehrere Hunde, unter denen die jeweilige Favoritin auch sein Bett teilen durfte. Ihre freigiebige Haltung und privilegierte Stellung gaben Anlass zu zahlreichen Episoden und Anekdoten. In späteren Jahren bildeten sie wichtige soziale Bezugspunkte für den zunehmend vereinsamten Monarchen. Unter den postumen Bildnissen des Königs gehört die 1822 von Johann Gottfried Schadow geschaffene Statuette mit zwei Windspielen zu den populärsten Darstellungen des nicht zuletzt als großer „Hundenarr“ in die Geschichte eingegangenen Herrschers.

mehr...