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Friedrich der Große

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Der König im Film

Illustrierter Film-Kurier: „Fridericus“. Filmprogrammheft zu dem Film „Fridericus - Der alte Fritz“, 1936. GStA PK
Illustrierter Film-Kurier: „Fridericus“. Filmprogrammheft zu dem Film „Fridericus  - Der alte Fritz“, 1936. GStA PK

Zeitgleich mit der Entwicklung des Films zum Phänomen der modernen Massenkultur, sowie dem Trend zur Industrialisierung der Filmproduktion wurde auch die preußische Geschichte als beliebtes Sujet von deutschen Filmemachern entdeckt. Die Geschichte Preußens im 18. Jahrhundert, insbesondere die friderizianische Epoche eignete sich aufgrund der im Verlauf des 19. Jahrhunderts bereits fortgeschrittenen Mythenbildung in besonderem Maße. Dabei trat speziell König Friedrich II. hervor, der noch zu Lebzeiten aufgrund zahlreicher Anekdoten, spätestens jedoch mit den von Adolph Menzel geschaffenen Illustrationen zu Franz Kuglers 1840 erschienenen „Geschichte Friedrichs des Großen“ quasi „volkstümlich“ geworden war. Der erste Versuch, die Figur Friedrichs II. auf Leinwand zu bannen, stammte bereits aus dem Jahr 1896, kurz nach der ersten Filmvorführung mit dem Kinematographen der Brüder Lumiere. Hochzeiten der Friedrich-Verfilmungen wurden aber die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Otto Gebühr als Friedrich II. in Schloß Sanssouci mit Windspiel. Signierte Autogrammpostkarte von Otto Gebühr zu dem Film „Das Flötenkonzert von Sanssouci“(1930). GStA PK
Otto Gebühr als Friedrich II. in Schloß Sanssouci mit Windspiel. Signierte Autogrammpostkarte von Otto Gebühr zu dem Film „Das Flötenkonzert von Sanssouci“(1930). GStA PK

Hier entstanden allein 19 der beim Publikum sehr beliebten Filmproduktionen rund um den Großen König. Zwar bezog sich die Mehrheit dieser Filme grob auf historische und biographische Fakten, verknüpfte diese jedoch zumeist chronologisch falsch, um eine gewünschte Dramaturgie zu erzielen. Sie folgten zum Teil dem klaren Ziel der Verklärung des Preußenkönigs und der Herausstellung sogenannter preußischer Tugenden wie Unterordnung, Loyalität und Disziplin, somit ebenso der Glorifizierung der 1918 abgeschafften Monarchie und bald auch der kaum verhohlenen Propagierung der Volksgemeinschaft und des Führerprinzips, was von Seiten der Produzenten, insbesondere der Universum-Film AG (UFA) auch durchaus so beabsichtigt war. Als Kernthema vieler Friedrich-Produktionen wurde ein von zahlreichen Feinden umringter König als Feldherr und Politiker gezeigt, der zwar in den Krieg getrieben, dieser Bedrohung aber mit beharrlicher Entschlossenheit und unter persönlichen Entbehrungen entgegentritt und schließlich obsiegt. Friedrichs intellektuelle Weltoffenheit sowie seine musischen und literarischen Neigungen fanden -wenn überhaupt- dann häufig in eingestreuten, häufig auflockernden und bisweilen auch humoristischen Anekdoten einen Anklang. Ideale Besetzung für zahlreiche Friedrich-Filme wurde der allein schon aufgrund seiner physiognomischen Ähnlichkeit prädestinierte Theaterschauspieler Otto Gebühr. Ähnlich wie Menzels Friedrich-Darstellungen im 19. Jahrhundert, prägten die Fridericus-Filme mit Otto Gebühr das Bild Friedrichs II. in weiten Teilen der Bevölkerung maßgeblich.

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