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Friedrich der Große

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Friedrichs Selbstverständnis

Großes Staatssiegel als Pavillonsiegel, seit 1740. Schild gekrönt, großes Wappen 1708-1744, Schildhalter mit Standarten, für Friedrich Wilhelm I. angefertigt und 1740 geändert worden, Silberplatte. GStA PK, VIII. HA, IV Abt. I, Nr. 79
Großes Staatssiegel als Pavillonsiegel, seit 1740. Schild gekrönt, großes Wappen 1708-1744, Schildhalter mit Standarten, für Friedrich Wilhelm I. angefertigt und 1740 geändert worden, Silberplatte. GStA PK, VIII. HA, IV Abt. I, Nr. 79

Friedrich der Große begriff sich selbst als ein Angehöriger einer „république des lettres“, jenes europaweiten Kommunikationsnetzes der Philosophen, Aufklärer, Gelehrten und Literaten, die über Korrespondenzen und Austausch ihrer Werke miteinander in Verbindung standen. Aus seiner Feder stammen ca. 50.000 französische Verse, mehrere historische und militärische Werke, zahlreiche philosophische Essays, unzählige formvollendete Briefe, aber auch Komödien, Dramen, Opernlibretti, Sinfonien, Flötenkonzerte und –sonaten, Märsche sowie Epigramme und Fabeln. Doch alle Ergebnisse seines literarischen Schaffens, sei es als Regent aus dem Kabinett oder im Felde, als Korrespondent, Musiker, Komponist, Dichter, Philosoph oder Historiker, haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt: seinen Schreibtisch.

Preußen um 1750. Kupferstich, koloriert, mit Medaillon des Königs und Miniaturabbildungen der Städte Berlin, Breslau und Königsberg / 65 x 90 cm. SBB PK, Kartenabt. N 221 a
Preußen um 1750. Kupferstich, koloriert, mit Medaillon des Königs und Miniaturabbildungen der Städte Berlin, Breslau und Königsberg / 65 x 90 cm. SBB PK, Kartenabt. N 221 a

Diesem Pflichtgefühl stellte sich der König bis ins hohe Alter. Johannes Kunisch hebt in seiner Friedrich-Biographie völlig zu Recht hervor, dass Friedrich der Große von der Überzeugung durchdrungen war, dass er den Fortbestand der Monarchie wohl am ehesten zu sichern befähigt war. Folgerichtig musste er als vorausplanender Autokrat auf dem Thron Vorsorge dafür treffen, dass Preußen bei seinem Tode (und darüber hinaus) so gerüstet war, wie er es von seinem Vater übernommen hatte. Das Schicksal seines Landes und das seiner Nachfolger war ihm alles andere als gleichgültig. Einen seiner letzten Erlasse im außenpolitischen Bereich, eine Kabinettsorder an seinen Gesandten in Petersburg, unterschrieb er in den frühen Morgenstunden des 15. August 1786 mit dem Namenszug, der seine Regierung für fast ein halbes Jahrhundert geprägt hatte, noch deutlich lesbar, allerdings mit leicht verschobenen Schriftzügen: Federic.

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