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Friedrich der Große

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Außenpolitik

Allegorie auf Friedrich den Großen als Perseus. Ölgemälde von Christian Bernhard Rode, 1789. SMB PK, Gemäldegalerie, Kat. Nr. 1914
Allegorie auf Friedrich den Großen als Perseus. Ölgemälde von Christian Bernhard Rode, 1789. SMB PK, Gemäldegalerie, Kat. Nr. 1914

In seinem berühmten „Antimachiavell“ hatte der damalige Kronprinz Friedrich der politischen Skrupellosigkeit eines Herrschers und dessen schrankenlosen Eroberungszielen eine klare Absage erteilt. Einige Passagen lassen allerdings bereits die Konturen des künftigen Machtpolitikers erkennen. Der Griff nach Schlesien und das zweimalige Ausscheren aus der antihabsburgischen Koalition während des österreichischen Erbfolgekrieges setzten den König unter Rechtfertigungsdruck. Die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Machiavelli begleitete ihn bis in die Zeit des Siebenjährigen Krieges hinein, wobei er zunehmend Verständnis für die Gedankenwelt des Italieners äußerte.
Erst nach dem dritten Krieg um Schlesien, in welchem mit Ausnahme Englands fast ganz Europa gegen den „marquis de Brandenbourg“ in Waffen stand, hatte sich Friedrich der Große endgültig behauptet. Der Großmachtstatus Preußens wurde nach dem Frieden von Hubertusburg (1763) über eine Allianz mit dem Petersburger Hof abgesichert. 

Vereinigungsvertrag zwischen Sachsen, Preußen und Hannover als Kurfürsten des Reichs zur "Aufrechterhaltung und Befestigung des Reichssystems" , 23. Juli 1785. GStA PK, I. HA Geh. Rat, Rep. 11 StV, Nr. 267
Vereinigungsvertrag zwischen Sachsen, Preußen und Hannover als Kurfürsten des Reichs zur "Aufrechterhaltung und Befestigung des Reichssystems" , 23. Juli 1785. GStA PK, I. HA Geh. Rat, Rep. 11 StV, Nr. 267

Als ebenbürtiger Partner Russlands und Österreichs beteiligte er sich 1772 an der ersten Teilung Polens. Der vom König beförderte Abschluss des Fürstenbundes vereitelte 1785 nach dem „Kartoffelkrieg“ ein weiteres Mal die Pläne Kaiser Josephs II. sich Bayern einzuverleiben und konservierte die bestehenden Machtverhältnisse im Reich. Preußen war zwar am Ende der Regierungszeit Friedrichs II. unangefochten eine von fünf etablierten Großmächten, befand sich jedoch durch die Annäherung der Höfe von Wien und Petersburg in einer zunehmend isolierten Lage.
Der erste Waffengang um Schlesien war ein entscheidendes Motiv für den jungen König, sich als Zeithistoriker zu Wort zu melden. Alle Einzelbände seines Geschichtswerkes sollten Teile einer zusammenhängenden „Geschichte Brandenburgs“ werden. Der Schwerpunkt liegt aber eindeutig auf einer Darstellung und in hohem Maße Rechtfertigung der preußischen Außen- und Kriegspolitik.

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