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Friedrich der Große

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Kammerherren und Vorleser

Friedrich der Große und Voltaire vor dem Kamin, in welchem Voltaires Schmähschrift gegen Maupertuis liegt. Kupferstich von Daniel Chodowiecki (aus „12 Blätter zu den Anekdoten und Charakterzügen Friedrichs des zweyten. Königs von Preussen“, 1788). SBB PK,
Friedrich der Große und Voltaire vor dem Kamin, in welchem Voltaires Schmähschrift gegen Maupertuis liegt. Kupferstich von Daniel Chodowiecki. SBB PK, YB 6008-b kl., Bl. 3

Friedrich der Große begriff sich als „roi philosophe“, also als König und Philosoph in einer Person, wobei „Philosoph“ im Sinne von „Aufklärer“ zu verstehen ist.

Als königlicher Schirmherr der französischen Aufklärung nahm er an der frankophonen „république des lettres“ (Gelehrtenrepublik) teil und förderte den internationalen Austausch von Kunst und Kultur. Zeitlebens korrespondierte der „Salomon des Nordens“, wie ihn Voltaire nannte, nicht nur mit europaweit bekannten Repräsentanten der Aufklärung, sondern bemühte sich auch, diese in seine Nähe zu holen.

Jean Baptiste de Boyer Marquis d’Argens. Kupferstich. SBB PK, Portr. Slg./ Lit./ kl/ Agens, Jean Baptiste de Boyer Marquis d’
Jean Baptiste de Boyer Marquis d’Argens. Kupferstich. SBB PK, Portr. Slg./ Lit./ kl/ Agens, Jean Baptiste de Boyer Marquis d’

Als sogen. „Vorleser“, dh. Gesellschafter, und/oder Gäste der Tafelrunde von Sanssouci mehrten sie den Ruhm des friderizianischen Hofes, der als Stätte aufgeklärter Geistigkeit bewundert wurde. Bei der Auswahl der Gesprächspartner spielte der gesellschaftliche Rang keine Rolle. Adlige und Bürgerliche waren darunter, Zivilisten und Militärs, Geistliche und Atheisten, Schöngeister und skurrile Gestalten.

Wichtige Kriterien waren die Beherrschung der französischen Sprache, Weltläufigkeit, Esprit, Aufrichtigkeit und eine enzyklopädische Bildung.
In der Gruppe überwogen die Franzosen, allen voran der brillante Voltaire, der zweieinhalb Jahre am preußischen Hof weilte. Fast 30 Jahre hing der Marquis d'Argens dem König in unwandelbarer Treue an.
Als „Vorleser“ dienten dem König u.a. Charles Etienne Jordan und später der junge Schweizer Henri Alexandre de Catt, dessen Tagebuch eine der wichtigsten Quellen der Friedrich-Forschung darstellt.
Zu den Franzosen kamen Italiener wie der Schöngeist Francesco Algarotti, der den König mit Gemälden und Skulpturen aus seiner italienischen Heimat versorgte.

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