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Friedrich der Große

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Arbeit im Kabinett

Friedrich der Große als Kronprinz. Ölgemälde von Antoine Pesne / 80 x 65 cm. SMB PK, Gemäldegalerie, Kat. Nr. 489
Friedrich der Große als Kronprinz. Ölgemälde von Antoine Pesne / 80 x 65 cm. SMB PK, Gemäldegalerie, Kat. Nr. 489

Der König führte die Leitung seines Staates autokratisch von seiner eigentlichen „Regierungszentrale“ in Potsdam aus. Die Herrschaftspraxis seines Vaters, die Regierung aus dem Kabinett zu führen wurde nicht nur beibehalten, sondern perfektioniert. Das bedeutete: Der König zog sich in sein Arbeitskabinett zurück und kommunizierte mit seinen Ministern über-wiegend schriftlich, da er allen mündlichen Beratungen ablehnend gegenüber stand. Auf dem Gebiet der Außenpolitik berichteten die Kabinettsminister über den Inhalt der von den Gesandten verfassten Depeschen bzw. über Unterredungen mit in Berlin akkreditierten ausländischen Gesandten. Die Bedeutung der preußischen Kabinettsminister wie Podewils, Finckenstein oder Hertzberg als außenpolitische Ratgeber des Königs war allerdings begrenzt. Die letzte Entscheidung lag beim König.

Edikt über die Einführung der neuen Justizverfassung bei sämtlichen Untergerichten, Berlin, 15. Oktober 1748. GStA PK, XII. HA, VI, Nr. 353
Edikt über die Einführung der neuen Justizverfassung bei sämtlichen Untergerichten, Berlin, 15. Oktober 1748. GStA PK, XII. HA, VI, Nr. 353

Alle eingehenden Schreiben wurden in der Kabinetts-Kanzlei von den Kabinettsekretären eröffnet und ggf. von ihnen oder ihren Gehilfen dechiffriert, dann dem König vorgelegt bzw. vorgelesen. Der König erteilte dem Kabinetts-Sekretär zunächst mündlich oder als Marginalresolution auf den eingegangenen Bericht das Antwortschreiben bzw. die Weisung in Form der Kabinettsordre. Das von dem Sekretär aufgesetzte Konzept diente sowohl als Vorlage für die Chiffrierung des ausgehenden Schreibens als auch als Vorlage für die anzufertigenden Abschriften, die den Kabinettsministern zur Kenntnisnahme zugestellt wurden. Die expedierten Kabinettsordres wurden Tag für Tag im vollen Wortlaut in ein Copialbuch, die sog. „Minüten“ eingetragen.
Die Arbeitszimmer in den Schlössern bildeten die zentralen Schaltstellen der königlichen Macht nach Innen und Außen. In den Nebenzimmern waren die Kabinettsbeamten beschäftigt.

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