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Friedrich der Große

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Vor Menzel: Das Bild Friedrichs II. bei Antoine Pesne und Daniel Chodowiecki

Adolph Menzel: Kronprinz Friedrich besucht den Maler Pesne auf dem Malgerüst in Rheinsberg, 1861, Gouache auf Papier, auf Pappe kaschiert, 24 x 32 cm  © SMB, Nationalgalerie, Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland, Foto: J.P. Anders

Das 1739/40 vom preußischen Hofmaler Antoine Pesne gemalte Staatsporträt Friedrichs II. bleibt für mehr als zwanzig Jahre das einzige authentische Bildnis des preußischen Königs, der sich späteren Porträtsitzungen nahezu immer verweigert. Durch die Reproduktion des Kupferstechers Georg Friedrich Schmidt im Jahre 1746 wird es überaus populär. An dieses Blatt knüpft stilistisch 1758 Daniel Chodowiecki mit einer Radierung an, die Friedrich reitend vor der Front seiner Offiziere zeigt.1763 komponierte Chodowiecki ein weiteres Reiterbild im Stil französischer Malerei des 17. Jahrhunderts. Beide Blätter bleiben jedoch wirkungslos. Die Verbreitung des späten Stichs verbietet der König sogar, da er ihn als theatralisch empfindet.

1772 malt Chodowiecki die Gouache Friedrich der Große zur Besichtigung des Ersten Bataillons Garde reitend, die er seit 1777 in Radierungen ediert. Diese Wachtparade, oftmals reproduziert, genießt noch immer große Popularität. Chodowiecki hatte den König auf der Straße skizziert, als dieser an ihm vorüberritt. Zeitgenossen wie Johann Gottfried Schadow meinten, mit diesem König zu Pferde im Profil sei die Gesamterscheinung des Königs besonders treffend erfasst. Nach dem Tod des Königs veröffentlicht der inzwischen berühmte Kupferstecher launige Illustrationen der Anekdoten über das Leben des Monarchen in verschiedenen Almanachen: eine bürgerliche Rezeption Friedrichs im kleinformatigen, aber wirksamen Medium des Buchdrucks. Adolph Menzel orientiert sich in seinen Anfängen nachdrücklich an Chodowieckis Sachlichkeit. In seinem Bemühen, die Physis des nun schon lange verstorbenen Königs zu erfassen, wendet sich Menzel aber auch wieder direkt dem Bildnis von Antoine Pesne zu.

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