Seitenübersicht | Fotogalerie

Friedrich der Große

logo_spk
 

Zur Ausführung in Malerei herausgegriffen

Zwischen 1849 und 1860 entstehen elf Gemälde zum Leben und Wirken Friedrichs des Großen. In den meisten von ihnen erkennt man Szenen wieder, die er auch für Franz Kuglers Buch illustriert hat, jedoch für das neue Medium neu erfindet. Zwar variieren die Formate deutlich, dennoch versteht der Künstler die Bilder als einen Zyklus. Menzel beginnt die Arbeit fast programmatisch, indem er noch im Revolutionsjahr 1848 gleich vier der Bilder ohne Auftrag entwirft. Als erstes beendet er 1849 Die Bittschrift. Das Bild solle, »giebts Gott, das Saatkorn einer langen Aehre werden«, schreibt er an den Freund Carl Heinrich Arnold. Die Darstellung der überlieferten Volksnähe Friedrichs II. hatte vor dem Hintergrund der zahlreichen Petitionen um 1848 auch einen aktuellen Bezug.

1850 und 1852 folgen die bekanntesten Werke: Tafelrunde in Sanssouci und Das Flötenkonzert; als letztes der gemeinsam angelegten Werke beendet Menzel 1856 das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschollene Friedrich und die Seinen bei Hochkirch. Hiernach kommen private und öffentliche Aufträge für Friedrich-Themen, so vom Schlesischen Kunstverein in Breslau und der »Verbindung für historische Kunst«. Unvollendet bleibt das Monumentalwerk Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen, das Menzel 1858 ohne fremden Auftrag und mit großen Hoffnungen beginnt, 1861 aber zugunsten des Krönungsbildes Wilhelms I. unterbricht und schließlich aufgibt, da es in seiner Gesamtauffassung nicht mehr opportun ist. Heute zeugt es mit den weiß untermalt gebliebenen Partien – auch Friedrich II. ist nur skizziert – und den im Alter von Menzel zerkratzten Gesichtern davon, wie hoch politisch, individuell und künstlerisch dieser Zyklus geplant und zu verstehen ist.

mehr...