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Friedrich der Große

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Freie Schönheit

Türkischer Marmor, 18. Jahrhundert, Tunkpapier, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Im 18. Jahrhundert finden sich überraschend viele Bilder, die nahezu gegenstandslos sind oder zwischen Gegenstand und Abstraktion changieren. Einige Künstler richteten den Blick bewusst auf abstrakte Strukturen von Oberflächen und Materialien, auf die Vielfalt der Naturformen und ihre pittoreske Erscheinung.

Andere experimentierten mit abstrakten Formen, um daraus Landschaftsdarstellungen aufzubauen. Kronzeuge dieser Entwicklung war Immanuel Kant. In seiner Kritik der Urteilskraft (1790) erkannte der Philosoph in diesen Formen eine „freie Schönheit“, die nichts vorstellt oder abbildet, sodass die Freiheit der Einbildungskraft nicht eingeschränkt wird.

Kant dachte dabei sowohl an Blumen, Ornamente und Papiertapeten als auch an „eine Menge von Schalthieren des Meeres“. Zeugnisse für diese Faszination finden sich in sehr unterschiedlichen Kontexten wie der Zoologie, der Mineralogie und der Mikroskopie, in Kunsttheorien, Schreibmeisterbüchern, Buntpapieren und in den Landschaftszeichnungen dieser Zeit.

 

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