Seitenübersicht | Fotogalerie

Friedrich der Große

logo_spk
 

Pygmalion

Jean Antoine Houdon, Büste des Komponisten Christoph Willibald Gluck, 1775, Staatliche Museen zu Berlin, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

Der antike Mythos vom Künstler Pygmalion, der eine lebende Skulptur erschuf, war für das 18. Jahrhundert kein Märchen, sondern eine Zukunftsvision. Die bildende Kunst wähnte sich dem Geheimnis des Lebens dicht auf den Fersen.

Es war die Zeit des Geniekultes, der Automaten und Sprechmaschinen, der Entdeckung der Elektrizität und der pseudowissenschaftlichen Zeugungstheorien. Die spektakulären Versuche des italienischen Mediziners Luigi Galvani mit sezierten Froschgliedmaßen und die Experimente seines Neffen Giovanni Aldini mit Leichen fügen sich in das gleiche Spektrum ein wie die „Kallipädie“, eine Wissenschaft, die sich mit der ästhetischen Optimierung von Embryonen befasste.

Die Begeisterung des 18. Jahrhunderts für Pygmalion wurde von der Überzeugung getragen, Technik und Wissenschaft seien fortgeschritten genug, um über kurz oder lang das Pygmalion-Experiment auch ohne göttliche Hilfe zu wiederholen.

mehr...